Da fehlen einem die Worte: das Wort des Jahres ist ein Bild.

Wir haben bei den „Worten des Jahres“ ja schon oft Überraschungen erlebt. Diesmal ist das internationale Wort des Jahres nicht einmal ein Wort, sondern ein Piktogramm: ein Emoji. Das „Freudentränen-Emoji“, wie die Redaktion des Oxford Dictionary bekannt gab. Inzwischen belegt laut dem Webblog „The Verge“ dieses Emoji in Großbritannien einen Anteil von 20 Prozent an allen versendeten Bildchen. 2014 hatte das gelbe Gesicht mit dem aufgerissenen Mund und den quellenden Kullertränen noch bei vier Prozent gelegen. Am zweitpopulärsten unter den vielsagenden Sprachersatz-Zeichen ist das Kussmund-Emoji mit fliegendem Herzen. „Emojis sind zu einer wichtigen Form der Kommunikation geworden, die sprachliche Grenzen überwinden kann“, erklärte Oxford-Dictionary-Redaktionschef Caspar Grathwol die Entscheidung. „Emojis verkörpern einen zentralen Aspekt des digitalen Lebens, das sehr visuell, emotional und unmittelbar ist.“ Die Zeichen sind schon lange Teil der Jugendkultur, aber erst jetzt im Mainstream angekommen.

Dass ein „nonverbales Wort“ die internationale, also sprachenübergreifende, Kommunikation beherrscht, bewerten wir als Bestätigung für die Entwicklung nonverbaler internationaler Gebrauchsanleitungen, die zu einem unserer Schwerpunkte zählt.

Unter diesem Link finden Sie einige Beispiele dazu.

Das „Wort des Jahres“ wurde aktuell (12. Januar 2016 / 14:00h MEZ) 1.073.631.005 mal auf Twitter verwendet. (siehe auch http://www.emojitracker.com)

Das nationale Wort des Jahres 2015 ist übrigens „Flüchtlinge“ und das Jugendwort des Jahres ist „Smombie“ (Smartphone-Zombie/Menschen, die sich mit gebückter Körperhaltung und stetigem Blick auf das Display fortbewegen).